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10 typische Anfängerfehler bei ETFs – und wie du sie vermeiden kannst

ETFs sind eine einfache Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Trotzdem machen viele Menschen am Anfang typische Fehler. Das ist völlig normal, besonders wenn man sich zum ersten Mal mit dem Thema Investieren beschäftigt.

 

Das Gute ist jedoch: Wenn man diese Fehler kennt und versteht, kann man sie leicht vermeiden. So fällt es deutlich einfacher, ruhig zu bleiben, eine klare Strategie zu verfolgen und langfristig erfolgreich zu investieren.

1. Gar nicht anfangen

Viele Menschen beschäftigen sich lange mit dem Thema Investieren. Sie lesen Bücher, schauen Videos oder hören Podcasts und versuchen möglichst viel Wissen zu sammeln.

 

Trotzdem starten viele am Ende nie mit dem Investieren.

 

Der Grund ist oft Unsicherheit oder Angst. Manche denken, sie wissen noch nicht genug. Andere warten auf den „perfekten Zeitpunkt“, um einzusteigen. Doch an der Börse gibt es diesen perfekten Moment meistens nicht.

 

Je länger man wartet, desto mehr Zeit geht verloren, in der das Geld bereits arbeiten könnte. Gerade beim Investieren spielt Zeit eine wichtige Rolle. Durch den Zinseszins kann sich ein Vermögen über viele Jahre immer weiter aufbauen.

 

Deshalb ist der wichtigste Schritt oft der erste: einfach anfangen und Schritt für Schritt investieren. Man muss nicht alles perfekt machen. Viel wichtiger ist es, überhaupt zu starten und langfristig dranzubleiben.

2. Zu kompliziert starten

Viele Anfänger glauben, sie müssten sofort ein sehr komplexes Portfolio aufbauen. Sie kaufen dann mehrere verschiedene ETFs, zum Beispiel einen Technologie-ETF, einen China-ETF, einen Europa-ETF, einen Rohstoff-ETF oder sogar spezielle Themen-ETFs wie Wasserstoff.

 

Am Ende liegen dann vielleicht acht oder zehn ETFs im Depot. Das wirkt zwar gut verteilt, macht die Sache aber oft unnötig kompliziert. Man verliert schnell den Überblick und weiss manchmal gar nicht mehr genau, in was man eigentlich alles investiert hat.

 

Dabei reicht für viele Einsteiger oft schon ein breit gestreuter Welt-ETF. Solche ETFs investieren häufig in über 1.000 Unternehmen aus vielen verschiedenen Ländern und Branchen. Dadurch ist das Geld bereits sehr breit verteilt.

 

Gerade am Anfang kann es sinnvoll sein, die Strategie einfach zu halten. Eine einfache Struktur hilft vielen Anlegern, langfristig dranzubleiben und nicht ständig etwas verändern zu wollen.

3. Nur auf Trends setzen

An der Börse entstehen immer wieder neue Trends. Themen wie Künstliche Intelligenz, Wasserstoff, Kryptowährungen oder erneuerbare Energien stehen dann plötzlich stark im Mittelpunkt.

 

Viele Anleger möchten bei solchen Trends unbedingt dabei sein, weil sie hoffen, besonders hohe Gewinne zu erzielen.

 

Das Problem ist jedoch, dass solche Trend-Themen oft stark schwanken können. Wenn die Erwartungen sinken oder der Trend nachlässt, können die Kurse schnell wieder fallen.

 

Deshalb ist es oft sinnvoll, zuerst ein stabiles Fundament im Depot aufzubauen. Viele Anleger tun das mit einem breit gestreuten Welt-ETF, der in viele Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen investiert.

 

So ist man nicht nur von einem einzelnen Trend abhängig, sondern beteiligt sich an der Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft.

4. Zu häufig ins Depot schauen

Viele Anfänger schauen sehr häufig in ihr Depot. Manche öffnen ihre App sogar mehrmals am Tag, um zu sehen, wie sich ihre Investitionen entwickelt haben. Dabei beobachten sie jede kleine Bewegung an der Börse.

 

Wenn die Kurse steigen, fühlt sich das natürlich gut an. Doch sobald die Kurse fallen, entsteht schnell Unsicherheit. Viele Anleger beginnen dann zu überlegen, ob sie vielleicht lieber verkaufen sollten, bevor der Kurs noch weiter sinkt.

 

Dabei vergessen viele, dass sich Börsenkurse ständig bewegen. Schwankungen gehören ganz normal zum Investieren dazu. Es ist völlig üblich, dass ein ETF oder eine Aktie an einem Tag steigt und am nächsten Tag wieder etwas fällt.

 

Wer langfristig investiert, sollte sich deshalb nicht zu sehr von täglichen Kursschwankungen beeinflussen lassen. Erfolgreiche Anleger konzentrieren sich meist auf einen langen Zeitraum von vielen Jahren und nicht auf einzelne Tage oder Wochen.

 

Manchmal kann es sogar hilfreich sein, nicht ständig ins Depot zu schauen. Viele langfristige Anleger kontrollieren ihre Investitionen nur gelegentlich, zum Beispiel einmal im Monat oder ein paar Mal im Jahr. Dadurch bleibt man ruhiger und hält leichter an seiner Strategie fest.

 

Langfristig ist es wichtiger, geduldig zu bleiben und investiert zu bleiben, als jede kleine Bewegung an der Börse zu verfolgen.

5. Panik bei fallenden Kursen

Ein häufiger Fehler beim Investieren ist Panik, wenn die Kurse fallen. Sobald die Börse nach unten geht, bekommen viele Anleger Angst, ihr Geld zu verlieren.

 

Aus dieser Angst heraus verkaufen manche ihre ETFs oder Aktien. Sie wollen verhindern, dass der Verlust noch größer wird. Doch genau das passiert oft zum ungünstigsten Zeitpunkt.

 

Die Geschichte der Börse zeigt, dass nach Rückgängen häufig auch wieder Erholungen und neue Höchststände folgen. Märkte bewegen sich in Wellen – sie steigen über lange Zeiträume, fallen zwischendurch aber immer wieder.

 

Wer langfristig investiert, sollte sich deshalb bewusst machen, dass Schwankungen ganz normal sind. Rückgänge von etwa 10 bis 20 Prozent können immer wieder vorkommen.

 

Diese Bewegungen gehören zur Börse dazu. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und sich auf die langfristige Entwicklung zu konzentrieren, statt aus Angst vorschnell zu handeln.

6. Kosten nicht beachten

ETFs gelten als eine sehr günstige Möglichkeit zu investieren. Trotzdem gibt es auch bei ETFs Unterschiede bei den Kosten, die man kennen sollte.

 

Jeder ETF hat jährliche Gebühren. Diese werden TER (Total Expense Ratio) genannt. Die TER zeigt, wie hoch die laufenden Kosten eines ETFs pro Jahr sind. Diese Kosten werden nicht direkt vom Konto abgebucht, sondern automatisch aus dem Fondsvermögen bezahlt. Deshalb merkt man sie oft gar nicht bewusst.

 

Viele große und bekannte ETFs haben sehr niedrige Kosten. Gute ETFs liegen häufig ungefähr zwischen 0,05 % und 0,25 % pro Jahr.

Auf den ersten Blick klingt das nach einem sehr kleinen Betrag. Über viele Jahre kann das jedoch einen Unterschied machen. Wenn ein ETF deutlich höhere Gebühren hat, kann das langfristig einen Teil der Rendite reduzieren.

 

Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf eines ETFs kurz auf die Kosten zu schauen und verschiedene ETFs miteinander zu vergleichen. Zum Glück sind viele weltweit bekannte ETFs heute sehr günstig, sodass Anleger bereits mit niedrigen Gebühren investieren können.

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
7. Zu wenig Streuung

Ein häufiger Fehler beim Investieren ist eine zu geringe Streuung. Manche Anfänger investieren ihr Geld nur in einen kleinen Teil des Marktes.

 

Zum Beispiel investieren sie nur in die USA, nur in Technologie-Unternehmen oder nur in ein bestimmtes Land. Das kann zwar kurzfristig gut laufen, ist aber auch mit einem höheren Risiko verbunden.

 

Wenn genau dieser Bereich einmal Probleme bekommt, kann das gesamte Depot stark darunter leiden. Ein Beispiel wäre eine Krise in einem bestimmten Land oder ein Einbruch in einer bestimmten Branche.

 

Deshalb gilt beim Investieren eine wichtige Grundregel: Breite Streuung reduziert das Risiko. Das bedeutet, dass das Geld auf viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder verteilt wird.

 

Ein weltweit investierender ETF kann dabei helfen. Solche ETFs enthalten oft mehrere hundert oder sogar tausende Unternehmen aus verschiedenen Regionen der Welt. Dadurch ist man nicht von einem einzelnen Markt oder einer Branche abhängig.

 

Viele Anleger setzen deshalb auf einen Welt-ETF, um möglichst breit aufgestellt zu sein.

8. Denken, man braucht viel Geld

Viele Menschen glauben, dass Investieren nur etwas für reiche Leute ist. Sie denken, man müsse zuerst sehr viel Geld haben, bevor man an der Börse investieren kann.

 

Das stimmt jedoch nicht.

 

Heute kann man bereits mit kleinen Beträgen starten. Viele Broker bieten sogenannte ETF-Sparpläne an. Dabei wird jeden Monat automatisch ein bestimmter Betrag investiert.

 

Zum Beispiel:

  • 50 CHF

  • 100 CHF

  • oder ein anderer Betrag, der zur eigenen Situation passt

     

Der Vorteil eines Sparplans ist, dass man regelmäßig investiert und Schritt für Schritt Vermögen aufbauen kann. Man muss also nicht sofort eine große Summe investieren.

 

Mit der Zeit können sich auch kleinere Beträge entwickeln. Wenn das Geld über viele Jahre investiert bleibt, kann der Zinseszinseffekt dazu beitragen, dass das Vermögen langsam, aber stetig wächst.

 

Wichtig ist deshalb nicht, mit viel Geld zu starten. Viel wichtiger ist es, regelmässig zu investieren und langfristig dranzubleiben.

9. Ständig die Strategie wechseln

Am Anfang probieren viele Anleger verschiedene Dinge aus. Sie lesen neue Informationen, hören Tipps von anderen oder entdecken neue Ideen zum Investieren. Das ist ganz normal, besonders wenn man sich gerade erst mit dem Thema beschäftigt.

 

Problematisch wird es jedoch, wenn man seine Strategie ständig verändert. Manche Anleger investieren heute in ETFs, morgen in Einzelaktien und eine Woche später wieder in etwas ganz anderes.

 

Solche häufigen Änderungen bringen oft Unruhe ins Depot. Außerdem besteht die Gefahr, dass man Entscheidungen aus Emotionen heraus trifft und nicht aus einer klaren Überlegung.

 

Langfristiger Erfolg an der Börse entsteht meist nicht durch ständiges Hin und Her, sondern durch Geduld und Disziplin. Eine einfache und gut durchdachte Strategie über viele Jahre beizubehalten ist oft erfolgreicher, als immer wieder neue Wege auszuprobieren.

10. Ohne Plan investieren

Ein häufiger Fehler ist, ohne klaren Plan zu investieren. Manche Menschen kaufen einfach etwas, das sie in den Nachrichten gesehen haben oder das ihnen Freunde empfohlen haben.

 

Das Problem dabei ist, dass solche Entscheidungen oft spontan getroffen werden. Ohne eine klare Strategie weiß man später häufig nicht mehr, warum man eine bestimmte Anlage überhaupt gekauft hat.

 

Investieren funktioniert meist besser, wenn man sich vorher ein paar grundlegende Fragen stellt. Zum Beispiel:

 

  • Wie lange möchte ich mein Geld investieren?

  • Spare ich für die Rente oder ein anderes Ziel?

  • Wie viel Risiko passt zu mir?

     

Wenn man diese Fragen für sich beantwortet, fällt es leichter, eine passende Strategie zu entwickeln. Außerdem bleibt man ruhiger, auch wenn die Börse einmal schwankt.

 

Ein klarer Plan hilft dabei, langfristig investiert zu bleiben und nicht bei jeder Bewegung am Markt seine Entscheidungen zu ändern.

Mein persönlicher Ansatz

Ich versuche, das Investieren möglichst einfach zu halten.

 

Für viele Menschen kann ein breit gestreuter Welt-ETF ein guter Start sein.

Zum Beispiel:

  • MSCI World

  • FTSE All-World

     

Damit investiert man automatisch in viele Unternehmen aus der ganzen Welt.

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